Neueren Datums gibt es z.B. C. Robert Cloninger und T. Barbor
Beide haben sich für eine Einteilung der Trinker in zwei Typen entschieden. Hier das Zwei-Typen-Modell der beiden in einer groben Zusammenfassung:
Typ A ist der Trinker mit einer guten therapeutischen Prognose: Er kommt aus einem relativ intakten Umfeld, startet seine Karriere spät (mit 25, 30 Jahren), und seine Sauferei nimmt einen milden Verlauf bei relativ wenig Flurschaden in Sachen Gesundheit und sozialem Umfeld.
Typ B dagegen startet früh durch, schwerer Verlauf, hat eine schlechte Prognose und auch sonst die Arschkarte gezogen. Ist laut Cloninger genetisch vorbelastet und männlich.
Reicht eine grobe Zusammenfassung?
Vorzuziehen wäre hier bestimmt:
Die diaknostische Trinker-Einteilung ICD-10 (Internationale Krankheits-Kategorien) der Weltgesundheitsorganisation WHO oder der DSM IV der Amerikanischen Psychiatrischen Association APA
Deren Leitfäden sind im folgenden, der Klarheit halber, ein wenig miteinander vernüpft:
Als rikanter Konsum gelten mehr als 20 Gramm reinen Alkohols pro Tag bei Frauen und mehr als 40 Gramm pro Tag bei Männern. (Zur Erinnerung: 20 g = 0,5 ltr. Bier, 0,2 ltr. Wein)
Als gefährlicher Konsum/Alkoholmissbrauch gilt das gewohnheitsmäßige Trinken um der Wirkung willen (Erleichterung und Co.), das körperliche und/oder seelische Schäden zur Folge hat (Ängste, Depressionen, Impotenz, Schlafstörungen etc.) Auch soziale Prob-leme werden in Kauf genommen. Dennoch gilt der Missbraucher noch nicht als abhängig.
( Körperliche Konsumgrenzwerte Männer: zwischen 1,5 und 3 Liter Bier am Tag, bzw. 0,6 - 1,2 Liter Wein. Bei Frauen: zwischen einem viertele Wein und 0,8 Litern Wein. Oder ab dem 4. Likörchen, meine Damen! )
Eine Alkohoabhängigkeit als psychatrische Erkrankung liegt vor bei:
- einem oft starken, gelegentlich übermächtigen Wunsch Alkohol zu konsumieren ( Suchtdruck, auch >Craving< genannt )
- einer Vernachlässigung von allem, was nichts mit der Flasche zu tun hat, wie Familie, Freunde, Job, Gesundheit, Aussehen, Ansehen, Überweisung der Miete ( Parkbank !! )Dosisisteigerung ( wegen der Toleranzsteigerung )
- Kontrollverlust
- Entzugserscheinungen bei Absetzen des Stoffes
Als Kontrollverlust bezeichnet der Fachmann nicht den Zustand, wenn Sie unter Alkoholeinfluss Ihren Chef anpöbeln, gegen eine Ampel donnern oder Ihren Nachbarn vergewaltigen.
Kontrollverlust bedeutet, dass Sie ein für sich vorab geplantes Trinksystem nicht mehr einhalten können. Der Fachmann nennt dies: Nicht mehr über Trinkbeginn, Trinkmenge, Trinkende entscheiden zu können. Also den Verlust der Kontrolle über den Konsum.
z. B. nehmen Sie sich fest vor, nur am Samstagabend zu trinken. Stattdessen haben Sie bereits am Freitag einen kleben. Und so weiter: Aus dem Feierabend-Trunk wird ein Nachmittags-Aperitif, aus dem Nachmittags-Aperitif wird ein Morgen-Piccolo - das ist ein Kontrollverlust über den Stundenplan. Andere Trinker verlieren die Kontrolle über die geplante Menge: Eigentlich will man in seiner Kneipe nur ein Viertele Liebfrauenmilch zu sich nehmen und ruft plötzlich:
“Scheiß drauf! Bring mir ne Flasche!” Oder Sie verlieren die Kontrolle über alles:
“Bring mir ne Flasche, bis zum abwinken”.
Soweit einige offizielle Kategorien. Nun ein alternatives Schema.
